Eine Frau mit Biss
14.11.2016 09:54
von Benno Krombach
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Frauenpower in der Landwirtschaft | LZ Rheinland Nr. 48/2011

Eine Frau mit Biss

Foto: Elisabeth Legge

Elke Franken-Fielenbach ist Chefin eines Vertriebs für Land- und Forsttechnik

Ob sie Probleme damit habe, als Frau in einer Männerdomäne zu arbeiten? „Nein, damit habe ich keine Probleme. Ich bin einfach schon zu lange dabei“, meint Elke Franken-Fielenbach. Die junge Frau ist Chefin des HJF-Vertriebs Elke Franken-Fielenbach in Much-Hardt und bietet Land- und Forsttechnik an. Die 40-Jährige beschäftigt sich mit Landtechnik und ihre Kunden sind Landwirte, fast ausschließlich hat sie es daher mit Männern zu tun. Für Elke Franken-Fielenbach stand dabei von Anfang an fest: Sie möchte irgendwann das Vertriebsunternehmen ihres Vaters Hermann-Josef Fielenbach übernehmen. „Ja, ich wollte das immer machen“, erinnert sich die engagierte Geschäftsfrau. Von klein auf ist sie in das Unternehmen ihres Vaters hineingewachsen. Nach ihrer Ausbildung zur Steuerfachgehilfin stieg sie in das Unternehmen des Vaters ein und hat es 2001 übernommen.
Die junge Unternehmerin ist dort tätig, wo es Rinder und wo es Wald gibt. Das Einzugsgebiet des HJF-Vertriebs umfasst insbesondere das Rheinland, daneben aber auch Rheinland-Pfalz und das Saarland. Der HJF-Vertrieb konzentriert sich dabei nicht auf die ganz große Technik, sondern die Chefin betrachtet ihr Unternehmen eher als „Spezialist für Nischenprodukte“. Elke Franken-Fielenbach vertreibt Gülle- und Fütterungstechnik sowie Radialbefang nimmt die Forsttechnik ein. „Viele Landwirte arbeiten inzwischen mit Holz“, stellt hierzu Elke Franken-Fielenbach fest, die ihren Kunden Holzspalter und Seilwinden, aber auch Kreissägen und Holzzangen anbietet.


Kunden optimal beraten
A und O für die Vertriebschefin ist in ihrem Unternehmen die Kundenberatung. „Ein guter Service ist einfach wichtig. Wir wollen nicht nur Maschinen verkaufen, sondern auch unsere Kunden vorher optimal beraten. Ich will ehrlich gesagt das Beste für unsere Kunden“, betont die engagierte Jungunternehmerin, die auch großen Wert auf eine gute Partnerschaft mit den jeweiligen Landmaschinenhändlern legt. Sie seien es schließlich, die den Service vor Ort liefern müssten, meint sie. Natürlich ist der HJF-Vertrieb nicht ein „Ein-Mann-Betrieb“ oder vielmehr „Ein-Frau-Betrieb“, sondern Elke Franken-Fielenbach hat gleich zwei Männer zur Seite. Unterstützt wird sie bei ihrer Arbeit von ihrem Vater und Ehemann Michael Franken, der gelernter Kfz-Mechaniker ist. Die beiden Männer sind dabei vor allem zuständig für die Auslieferung der Maschinen und Geräte sowie den Kundendienst. Auch Elke Franken-Fielenbach ist früher gerne raus gefahren zu den Landwirten, aber das macht sie heute nur noch im Ausnahmefall.

Die junge Frau managt seit der Geburt ihres inzwischen 6-jährigen Sohnes Jonas das Vertriebsunternehmen vom Büro in Much-Hardt aus. Allerdings von langweiliger Büroarbeit kann dabei keine Rede sein. „Nein, hier ist immer etwas los“, schmunzelt die Frau mit dem praktischen Kurzhaarschnitt. Und man glaubt ihr aufs Wort. Allein an diesem Vormittag geht immer wieder das Telefon und ein Kunde will beraten werden oder aber es kommt jemand vorbei, der ein Ersatzteil benötigt. Elke Franken-Fielenbach ist nicht aus der Ruhe zu bringen. Gerne hilft sie jedem weiter. „Natürlich gibt es auch immer wieder spezielle Fragen zur Technik, die ich einfach nicht beantworten kann“, gibt sie unumwunden zu. Da stoße auch sie schon mal an ihre Grenzen, aber das sei nicht weiter schlimm. „Ich bitte dann meinen Mann, dem Kunden weiterzuhelfen oder aber ich verspreche, dass ich mich schlau mache und rufe dann zurück.“
Elke Franken-Fielenbach legt Wert auf Zuverlässigkeit. Und Hilfsbereitschaft wird bei ihr groß geschrieben. „Ich will ja, dass die Kunden wiederkommen“, meint die Vertriebschefin. Die junge Frau, die von vielen Kunden nur „die Elke“ genannt wird, ist längst bekannt in der Branche. Bester Beweis dafür ist die jüngste Agritechnica. Elke Franken-Fielenbach war zwar bereits häufiger auf der Agritechnica dabei, aber in diesem Jahr war sie mit einem eigenen Produkt in Hannover vor Ort: Unter der Eigenmarke EFF vertreibt sie eine Silagegreifschaufel für Schlepper, Rad-und Teleskoplader. „Wir haben die Schaufel zusammen mit einem renommierten Maschinenbauer selbst entwickelt“, merkt die engagierte Unternehmerin dazu an. „Dank mehr als 20 Jahren Erfahrung in diesem Bereich wussten wir bei der Entwicklung ganz genau, worauf es bei der Greifschaufel ankommt.“ Die Landtechnikfachfrau bewirbt dabei „ihre“ Greifschaufel mit dem Slogan: „EFF – Greifschaufel mit Biss.“

20 Länderspiele gepfiffen
Dass sie Biss und Durchsetzungsvermögen hat, beweist Elke Franken-Fielenbach nicht nur in ihrer Vertriebsfirma, sondern auch auf einem ganz anderen Feld – dem Fußballfeld. Sie ist Fußballschiedsrichterin. Gerade einmal 14 Jahre alt war die begeisterte Kickerin, als sie ihre Prüfung zur Fußballschiedsrichterin ablegte. Zunächst pfiff sie nur Jugendspiele, später aber bis zur Herrenoberliga, außerdem in der Frauenbundesliga und war auch internationale Schiedsrichterin im Frauenfußball. 1999 leitete sie das deutsche Pokalfinale der Frauen zwischen Frankfurt und Duisburg und war eine von vier deutschen FIFA-Schiedsrichterinnen. Insgesamt 20 Länderspiele brachte die junge Frau aus Much-Hardt auf ihr Konto, zwei davon bei der Europameisterschaft 2001 in Deutschland. „Leicht ist die Schiedsrichtertätigkeit allerdings nicht“, räumt Elke Franken-Fielenbach ein. Ein gesundes Selbstbewusstsein, ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn und Durchsetzungsvermögen, das sind nach ihren Angaben wichtige Eigenschaften, die einen guten Schiedsrichter oder eine gute Schiedsrichterin auszeichnen.
Aber nach 20 Jahren Schiedsrichtertätigkeit hat die junge Frau, die in ihrer Freizeit gerne joggt und radelt, die Trillerpfeife vor fünf Jahren endgültig an den Nagel gehängt. Ihre Familie und ihre Firma gehen jetzt vor. Für Elke Franken-Fielenbach st dies aber kein Problem. Im Gegenteil: Sie liebt ihren Job, ist mit Begeisterung bei der Sache und hat es nicht bereut, in die Fußstapfen ihres Vaters getreten zu sein. „Nein, ich wusste, worauf ich mich einlasse. Die Tätigkeit ist nach wie vor interessant und vor allen Dingen der Umgang mit den Kunden macht mir viel Spaß“, gibt sie unumwunden zu.

el - LZ 48 · 2011, Fotos: Elisabeth Legge 

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